The Art of Title Sequences
Ein Gastbeitrag meiner Kollegin Jin-Kyoung Huh:

Saul Bass | Seconds, John Frankenheimer, USA | 1966
Im Vergleich zu Filmregisseuren geraten meist die Titel Designer in Vergessenheit. Saul Bass ist einer von den wenigen Berühmten, die sich in ihrem Bereich seinen Namen gemacht haben. Selbstverständlich nicht ohne Grund.
Er wählt für den Thriller "Second" Nah- bzw. Detailaufnahmen von Gesichtern. Diese blähen und verzerren sich wie Seifenblasen. Durch gut kombinierte Montagen wird eine unheimliche und sehr ästhetisch reizvolle Hochspannung erzeugt.
Um seine facettenreichen Welten zu zeigen, stelle ich hier nun weitere Links vor:

Saul Bass | Psycho, Alfred Hitchcock, USA | 1960

Saul Bass | Bunny Lake is missing, Otto Preminger, UK | 1965

Shan Hua | The Super Inframan, Shan Hua, Hongkong | 1975
Der Vorspann von "The Super Inframan" ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass eine gnadenlose Übertreibung eine ästhetische Befreiung hervorrufen kann. Man spürt dabei beinah eine psychische Katharsis. Spätestens hier versteht man, warum immer wieder B-Movies produziert werden.

Teruo Ishii | Bohachi bushido – Code of forgotten eight, Tetsuro Tanba, Japan | 1973
Hier ist es für mich zutreffend zu sagen, dass die im Schriftbild auf analoge Weise erzeugten Effekte einen reizvollen taktilen Charme haben. Diese hätte mit neueren Medien nicht die selbe Kantigkeit. Außerdem ist es auch ein großes Vergnügen zuzugucken, wie sorgfältig und liebevoll und detailreich das Visuelle per Hand umgesetzt wurde, damit das sich mit dem Ton und Bewegungen in Einklang befindet.

Kyle Cooper | Dawn of The Dead, Zack Snyder, USA, Japan, Frankreich | 2004
Brutale visuelle Handlung stehen gegen den sensiblen Ton im Hintergrund. Zum melancholischen Gesang von Johnny Cash ( 'When The Man Comes around') herrscht hohe Gewaltszene. Dieser Kotrast verstärkt das Empfinden der Grausamkeit. Der dokumentarische Handkamerstil und die Blut anmutende typographische Umsetzung passen dazu hervorragend.
Thanx Jin